Diffamieren
statt sachlich zu argumentieren (2)
- Wer unbedingt etwas sehen will, der
sieht es allzu leicht - auch wenn es nur in seiner eigenen Phantasie existiert
!
Dieses
Relief ist der in politischen Diskussionen Deutschlands leider noch immer sehr
beliebten "Nazikeule" gewidmet.
Sie erspart sachbezogenes , lösungsorientiertes
eigenes Nachdenken und schiebt das diskutierte Problem auf die "Reflexebene"
...
EIN HÄUFIGER NEBENEFFEKT FÜR DEN ANWENDER DER "KEULE"
: ER KANN SICH MIT SEINEM VERHALTEN ALS BESONDERS SENSIBLER "GUTMENSCH"
PRÄSENTIEREN.
Es genügt
nicht, sich einen Popanz aufzubauen - nein, man muss auf sein "schönes"
paranoides Produkt noch möglichst viele hinweisen - auch wenn dadurch letztlich
die Gefahr einer Verharmlosung des realen Rechtsradikalismus besteht.
Eine Variante des hier behandelten Themas besteht darin, dass man eine Aussage (die durchaus auch für moralisch empfindende Menschen nachvollziehbar ist) des politischen Gegners willkürlich so uminterpretiert, dass man ihm dann ein zweifelhaftes , geradezu unmoralisches Verhältnis zur Nazizeit "nachweisen " kann: "Im israelischen Parlament hatte Helmut Kohl 1984 gesagt:"Ich spreche zu Ihnen als jemand, der in der Nazzeit nicht in Schuld geraten konnte, weil er die Gnade der späten Geburt und das Glück eines besonderen Elternhauses gehabt hat. Kohl hatte den Satz genau so gemeint , wie er ihn gesagt hat- ..." " (Zitat aus Torsten Krauel: DIE WELT, 3.April 2010).
Was
hat man Helmut Kohl für diesen Satz verketzert !
Henry
Kissinger zum 80. Geburtstag des Altkanzlers:" ... Als er von der "Gnade
der späten Geburt " sprach, warfen ihm viele Kritiker vor, er wolle
die deutsche Geschichte reinwaschen."
Der
Autor dieser Zeilen, der nach dem 2. Weltkrieg geboren worden ist, konnte die
Aussage von Kohl damals absolut nachvollziehen. Er hat sich sehr über die
Art und Weise gewundert, wie damals ein großer Teil des deutschen Journalismus
diesen Satz geradezu bösartig interpretiert und kommentiert hat .
Wie
heißt es in einem zeitgenössischen Werbesspruch einer deutschen Wochenzeitschrift
? : "Nachrichten bedeuten gar nichts, man braucht Autoren, die sie deuten
können ..." - ach so !
Eine
weitere Variante des hier behandelten Themas besteht darin, dass man als Politker
aus parteitaktischen Gründen "Rassismus" in Deutschland zum "Massenphänomen"
deklariert - woran natürlich andere Parteien (im konkreten Fall "Volksparteien")
schuld sind. Zitat aus Welt am Sonntag, 1994, Nr.6, Seite 4, Autor Hans-Joachim
Nöh :
... hatte sich XXXXXXX ......anlässlich eines Forums "Ausländerfeindlichkeit
" des Goethe-Instituts in London geäußert. In seinem Redemanuskript
hatte er unter anderem formuliert:"Insbesondere AAA/BBB, aber auch große
Teile der CCC haben Rassismus durch gezielte Kampagnen oder vorauseilenden Gehorsam
überhaupt erst hoffähig gemacht. Ohne ihr Wirken wäre Rassismus
nicht zu dem Massenphänomen geworden, welches er heute in der Bundesrepublik
ist."
Die im konkreten Zeitschriftenartikel auftretenden Namen haben wir hier taktvoller Weise durch "Stellvertreter" ersetzt- um keine Polemik zu betreiben.
WEITERE
HINWEISE ZUM THEMA SIND IM TEXT ZUR VARIANTEN (1) NACHZULESEN !